Eines der alltäglichen Dinge dieser Welt ist das Lernen von Sprachen, so dass fast jeder Mensch mindestens ein sprachliches Zeichensystem beherrscht, viele Menschen sogar mehrere ohne sich dessen bewusst zu sein. Dabei ist Sprachen lernen in der globalen Welt sehr wichtig, denn wer Fremdsprachen erlernt, hält einen Schlüssel für eine gute Zukunft in der Hand. Es ist ein Schlüssel, der das Tor zu einer beruflichen Erfüllung aufschließen hilft, weil Fremdsprachen Mobilität und Flexibilität fördern.
Sprache lernen heißt sich Ziele setzen
Bevor man eine Sprache lernt, muss man sich darüber klar werden, warum und wozu man die Fremdsprache (weiter)lernen will, auch wie der eigene Stand der Sprachbeherrschung ist und was man wann erreichen will, und sich dann möglichst realistische Ziele setzen. Auch innerhalb eines Sprachkurses sollte man immer wieder die eigenen Ziele hinterfragen und sich ggf. neue setzen.
Das trifft auf die selbständige Arbeit an der Sprache zu. Dabei sollte man die Fremdsprache so oft und so viel wie möglich aufnehmen, durch hören (Radio, Fernsehen, DVDs, Videos etc.) und lesen, und sich auch mit Muttersprachlern mündlich und schriftlich (z.B. E-Mail) austauschen.
Sprache und Alter
Neugeborene sind sprachliche Universalgenies, sie können jede Sprache mit ihrem Lautsystem lernen, leider geht diese Fähigkeit ab dem 1. Lebensjahr verloren. Ein japanisches Baby kann z.B. „L“ und „R“ voneinander unterscheiden, der erwachsene Japaner kann dies nicht mehr. Kinder lernen, besonders im Kindergarten, sehr spielerisch. Sie lernen aber alles sehr spielerisch und mit viel Zeit, aber einer geringen Komplexität.
Generell lässt im Alter die Wahrnehmung, das Gedächtnis, die Flexibilität und die Reaktionsgeschwindigkeit nach, aber das hat nur teilweise Einfluss auf den Lernerfolg beim Sprachen lernen. Der erwachsene Lerner hat es in mancher Hinsicht einfacher, da er an schon erworbene Strukturen, an seine Lebenserfahrung anknüpfen kann. Für das Sprachen lernen bedeutet das konkret, dass er bestimmte Sachverhalte und Vorgänge aus einer schon erlernten Sprache nutzen kann. Hinzu kommt, dass ältere Lerner sehr gezielt lernen, eine spezifische Motivation haben und damit verbunden eine fokussierte Einstellung zum Lernen haben. Auch fällt es ihnen leichter mit ihrer Lebenserfahrung über größere Themenbereiche bzw. Probleme zu sprechen.
Wie lernt man Sprachen?
Es gibt verschiedene Methoden Sprachen zu lehren und zu lernen. Es gibt Methoden wie die Grammatik-Übersetzungsmethode aus den Anfangszeiten des Sprachunterrichts, bei der der Lerner einen Lesetext weit über seinem Niveau mit entsprechenden Begriffserklärungen bekommt. Die Wörter werden wie in einer Gleichung als Übersetzung angegeben, mit zusätzlichen grammatischen Erklärungen soll der Text erschlossen werden. Oder der Instruktionalismus, der dem Behaviorismus folgte, bei dem dem Lernenden Wissen vermittelt wird, welches dieser passiv aufnehmen soll. Dieses vermittelte Wissen wird durch Übungen vertieft, dabei werden Reiz-Reaktionsmodelle verstärkt. Auf einen bestimmten Reiz wird eine Reaktion antrainiert. Bei diesen Methoden wird kaum auf Vorwissen, Erfahrungen oder Stärken des Lerners eingegangen.
Kognitivistische Lernverfahren
Kognitivistische Lernverfahren betrachten den Spracherwerb aus der Sicht der Struktur des Gehirns, wobei dieser als komplexer Prozess der Informationsverarbeitung angesehen wird. (link „Wie funktioniert lernen“; „Gedächtnis“) Er erfolgt über verschiedene Stufen des Wahrnehmens, Verstehens, Behaltens und Automatisierens. Im Gegensatz zu den instruktionellen Verfahren setzt der Kognitivismus auf Einsichten des Lerners in den Lernprozess und die Übertragbarkeit des gelernten auf neue Wissensfelder. Dadurch sollen der Lerner selber Lernstrategien für ein selbstständiges Weiterlernen ableiten.
Konstruktivistische Lernverfahren
Konstruktivistische Lernverfahren betrachten Informationen nicht als etwas Aufzunehmendes, Verarbeitendes und zu Speicherndes, sondern das sie durch permanente Veränderungen kognitive Konstruktionen neu aufbauen bzw. bestehende ständig umgestalten. Gute Lernmaterialien in diesem Sinne wären entsprechend Baumaterialien oder Werkzeuge, mit denen der Lerner seine Lernumgebung aktiv gestalten kann. Konkret für den Sprachunterricht bedeutet das, dass nur die fremdsprachige Kultur eine adäquate Lernumgebung ist. Da diese ideale Umgebung normalerweise nicht gegeben ist, versucht man Lernumgebungen zu schaffen, in denen das natürliche Sprachumfeld simuliert werden kann. Hier bieten sich die modernen Medien wie Simulationsbeipiele, Internet, DVD usw. an, um eine authentische Situation zu erzeugen.
Kommunikative Didaktik
Kommunikative Didaktik wurde in den allgemeinen Reformen der 1970er Jahre als soziologisch begründetes Modell des Sprachenlernens konzipiert. In der Realität war es durchaus problematisch umzusetzen, so dass heute in der Praxis darunter mündliche Kommunikation, Alltagssprache bzw. sprachliches und nicht sprachliches Handeln verstanden werden. Schwerpunkt ist aber auch der Prozesscharakter von Kommunikation und der konstruktiven Rolle des Kommunikationspartners für eine erfolgreiche Kommunikation.


