Es gibt verschiedene Ansätze in der Forschung zur Interkulturellen Kommunikation. Hier sollen nur beispielhaft drei namhafte Forscher mit ihren anerkannten Theorien vorgestellt werden.
Geert Hofstede
Ein zentrales Beispiel für die Erforschung der interkulturellen Kommunikation ist die Arbeit des belgischen Anthropologen und Wirtschaftswissenschaftlers Geert Hofstede, der in einer Erhebung arbeitsrelevante Werte und Einstellungen von Mitarbeitern bei IBM in über 40 Ländern mittels circa 120.000 Fragebögen eruierte (dt. 1991). Hofstede stellt fest, dass vier Dimensionen Kulturen entscheidend prägen, und zwar die Machtdistanz, die Dimensionen Individualismus/Kollektivismus, Femininität/Maskulinität und die Unsicherheitsvermeidung.
Diese vier Dimensionen prägen – so Hofstedes These – auch das Gesprächsverhalten der Mitglieder dieser Kultur. Ein Mitglied einer kollektiven Kultur, etwa eine Chinesin, formuliere Kritik eher sehr indirekt, so dass ein Mitglied einer individualistischen Kultur, etwa ein Deutscher, diese Kritik häufig nicht als solche verstehe. Umgekehrt betrachte ein Chinese einen Deutschen oft wegen seiner direkten Form der Kritik als aggressiv und unhöflich. Das kann in Gesprächen zu Missverständnissen bis hin zu Beziehungsstörungen führen und letztendlich die internationale Zusammenarbeit unnötig erschweren.
Edward T. Hall
Edward T. Hall wird als Begründer der Interkulturellen Kommunikation in der Anthropologie angesehen. Seine persönlichen Kriegserfahrungen im Zweiten Weltkrieg im Pazifik und in Europa brachten ihn zu seinem Forschungsgegenstand und seiner zentralen These, dass Missverständnisse zwischen Kulturen auf eine Matrix von verschiedenen Parametern zurückzuführen seien, die für alle Kulturen gelten. Diese Parameter sind: Kontext und Förmlichkeit. Beispiele für Kulturen mit einem hohen Kontext sind Asien, Afrika, Lateinamerika. Beispiele für Kulturen mit einem niedrigem Kontext USA, Kanada, Nord- und Westeuropa. Beispiele für förmliche Kulturen sind Japan, Saudi-Arabien, weniger förmliche Kulturen sind Australien, Israel und die Niederlande.
Eine andere These Halls ist unter dem Namen Proxemics bekannt geworden und beschreibt die kulturabhängig verschieden großen räumlichen Abstände, die Menschen zulassen bzw. gegen „Eindringlinge“ auf verschiedene Weisen zu schützen versuchen. Je nach Kultur sind unterschiedliche Grade räumlicher Nähe hinnehmbar oder nicht. So ist etwa die kulturell akzeptierte Distanz zwischen Südeuropäern geringer als zwischen Nordeuropäern. Die Distanz zu unterschreiten kann ein ebenso schwerwiegender Fehler sein wie sie zu weit auszudehnen.
Fons Trompenaars
Ein Schüler von Geert Hofstede ist Fons Trompenaars, der als Wissenschaftler im Bereich der Interkulturellen Kommunikation arbeitet. Er entwickelte aufgrund einer empirischen Studie ein Modell mit 7 Kulturdimensionen.
Die ersten 5 Dimensionen regeln die „Beziehungen zu Menschen“. Sie lauten:
„Universalismus“ vs. „Partikularismus“ (Was ist wichtiger - Regeln oder Beziehungen)
„Neutralität“ vs. „Emotionalität“ (Zeigen wir unsere Emotionen)
„Individualismus“ vs. „Kollektivismus“ (Funktionieren wir in einer Gruppe oder als Individuum)
„Spezifisch“ vs. „Diffus“ (Wie stark nehmen wir am öffentlichen Leben teil)
„Leistung“ vs. „Herkunft“ (Müssen wir uns selbst einen Status erarbeiten oder ist uns dieser mitgegeben)
Außerdem gibt es zwei weitere Dimensionen:
„Serialität“ vs. „Parallelität“ (Umgang einer Kultur mit der Zeit; Tun wir Dinge gleichzeitig oder hintereinander)
„interne Kontrolle“ vs. „externe Kontrolle“ (Umgang mit der äußeren Natur und der Umwelt; Versuchen wir unsere Umwelt zu kontrollieren oder arbeiten wir mit ihr zusammen)
Seine Bücher zielen darauf ab die Erkenntnisse der Analyse kultureller Unterschiede in der Geschäftswelt nutzbar zu machen:


